KOMPOSTIERBARE NETZVERPACKUNGEN

Natural Skin

Pflanzengefärbter Verpackungsnetzschlauch aus Zellulose

Vor etwa 40 Jahren wurde mit der Produktion von Plastiknetzsäcken begonnen, um Obst und Gemüse so zu verpacken, daß die Ware sichtbar bleibt. Der Textiltechniker András Siveri war mehr als  15 Jahre in der Entwicklung und Produktion von Plastiknetzsäcken tätig. Seine Erinnerung daran, wie seine Großeltern in Ungarn Hanf- und Leinensäcke zur Verpackung von landwirtschaftlichen Produkten verwendet haben, inspirierte ihn darüber nachzudenken, ob es möglich wäre Säcke aus Naturmaterial zu produzieren, die modernen Qualitätsansprüchen entsprechen. 3 Patente konnten bisher in Zusammenarbeit mit dem Verpackungszentrum Graz entwickelt werden.  Mithilfe der Double-Twist Technologie ist es möglich, hochreißfeste Netze bei einer Materialersparnis bis zu 40% zu erzeugen. Die Vorteile der Netze aus Naturfasern liegen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Einsatz nachwachsender Ressourcen, über die Materialersparnis bei der Produktion bis zur Entsorgung durch Kompostierung. Zugleich schaffen wir neue Einkommensmöglichkeiten für die Land- und Forstwirtschaft und  neue  Beschäftigungsmöglichkeiten für Europas Textilindustrie.

Konzentration auf den Rohstoff Holz
Holz ist ein wichtiger heimisch nachwachsender Rohstoff und hat verglichen mit anderen Naturmaterialien den Vorteil einer optimalen Flächennutzung bei einem minimalen Verbrauch an Wasser. Die Lyocell-Faserproduktion der österreichischen Firma Lenzing AG stellt einen beinahe geschlossenen Kreislaufprozess dar, der mit dem Europäischen Umweltpreis ausgezeichnet wurde.  In Zusammenarbeit mit einem deutschen Netzfabrikanten wurde Anfang 2012 eine Schlauchproduktion aus Zellulosegarn begonnen. Seit Dezember 2012 wird das Zellulosefasernetz zur Verpackung von Zwiebeln, Kartoffeln und Roten Rüben der Biomarke, der REWE Internationa AG, Ja! Natürlich im Lebensmittelhandel eingesetzt. Dadurch können 3 Tonnen Kunststoff eingespart werden.

Einsatz von Pflanzenfarben
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Colors of Nature“ des Instituts für Textilchemie und Textilphysik der Uni Innsbruck werden Pflanzenfarbstoffe erforscht und Grundlagen für den Einsatz in der Industrie erarbeitet.  Die jahrhundertelange Tradition der Pflanzenfarben wurde im Zuge der Industrialisierung vollständig durch chemische Stoffe verdrängt. Pflanzenfarbstoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen bzw. Reststoffen (z.B. Zwiebelschalen, Rinden)  gewonnen und stellen einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen Textilindustrie dar.

Sowohl die Bionetzverfahren als auch die Pflanzenfarben sind Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die im Rahmen der Fabrik der Zukunft -einer Programmlinie von BMVIT und FFG-  verfolgt werden.

Ausgezeichnet mit dem Umwelttechnologiepreis Daphne in Bronze und dem Energy Globe Styria Award.

Gelb = Goldrute (Packgut: Zitronen), Orange = rote Zwiebelschalen (Packgut: Zwiebeln), Beige = Nußschalen (Packgut: Kartoffeln)
Zellulose Netzverpackungen mit Produkten der Biomarke Ja! Natürlich

ProjektpartnerInnen:

András Siveri, Textiltechniker (BIO-NETZE)

Für die aktuelle Entwicklung „Zellulose-Netzschlauch“ konnte Prof. Bechtold vom Institut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck für die Zusammenarbeit im Bereich Färbung mit Pflanzenfarben gewonnen werden.