Collective Works

Natural Skin

„Collective works“ ist ein Herstellungsverfahren, das nur vollständig funktioniert, wenn Menschen der Produktionsmaschine Aufmerksamkeit schenken.

Ursprünglich wurde das Projekt für die „W Hotels Designer of the Future Award“ Ausstellung auf der Design Miami/Basel 2011 entwickelt.

„Collective works“ ist ein Herstellungsverfahren, das nur vollständig funktioniert, wenn Menschen der Produktionsmaschine Aufmerksamkeit schenken. Als Reaktion auf das Publikum, überträgt die Maschine die Bewegungen der Zuschauer in ein Objekt. Das daraus resultierende Ergebnis variiert in Farbe und Größe je nach Grad des Interesses, das während der Produktionszeit gezeigt wird.

Sobald sich jemand der Maschine nähert und sie sich ansieht, fängt der Fertigungsprozess an: Ein 24mm breiter Holzfurnierstreifen wird durch eine Klebevorrichtung gezogen und langsam um eine 20mm dicke hölzerne Basis gewickelt. Die Drehscheibe mit Basis bewegt sich nach unten, wodurch der Streifen langsam einen Korb aufbaut. Es erübrigt sich eine Form, da das Material standfest ist und während des Aufbauens nicht einstürzt. Sobald sich eine weitere Person nähert, um den Prozess zu beobachten, wird mittels eines Markers Farbe an der Holzfurnier angebracht.

Die Interaktion wird durch Sensoren im Rahmen der Maschine ermöglicht. Wenn ein Sensor aktiviert ist, heißt es, dass eine Person zuschaut, was dann die Drehung der Maschine in Gang setzt. Ein zweiter Sensor wird dann aktiviert, wenn sich eine weitere Person anschließt, um den Prozess zu verfolgen, was wiederum zur Folge hat, dass eine helle Farbe durch einen Marker auf das Furnier angebracht wird. Eine dritte Person bringt einen zweiten Marker ins Spiel, u.s.w. bis zu einer Höchstzahl von vier Markern auf einmal, jeder zu einem jeweils dunkleren Farbton, wobei der vierte Marker schwarz ist. Die Höhe des Korbs hängt von der gesamten Interaktionszeit ab: je länger die gesamte Beobachtungszeit ist, desto höher wird der Korb.

Die Maschine reagiert direkt auf jeden Betrachter und somit ist das Ergebnis auch direkt vom Publikum abhängig. Jeder Zuschauer hinterlässt eine Spur auf dem Objekt, daher wird jeder Korb zu einer einzigartigen Dokumentation des Interesses der Menschen an der Herstellung des Objekts. Ein Korb – ein Gefäß, worin man Dinge sammelt – wird selbst zu einer Sammlung von Daten.

Dies kann man als „Produktion nach Interesse“ bezeichnen.

„Collective works“ fragt auch nach der Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Die Zuschauer werden Arbeiter, auch wenn im Grunde genommen ihr Aufwand nur in der Zeit besteht, die sie bei der Maschine verbringen. Aber gerade vor allem an Zeit mangelt es uns. Irgendwie. Viele Maschinen in der Fabrik benötigen lediglich einen Techniker, um die Produktion zu überwachen – und plötzlich benötigt eine Maschine ein Publikum, um etwas Farbenfrohes herzustellen!

Dimensionen:

Maschine: 160cm x 80cm x 115cm
Körbe: max. ∅45cm; Höhe von der Interaktionszeit abhängig, (max. 45cm)

Material:

Maschine: Holz, spezialangefertigte Elektronik, Motor, Sensoren, Elektromagnete, Metall, Marker
Körbe: Eiche massiv, Eichenfurnier, Farbe

mischer'traxler Collective Works
Foto: mischer'traxler

mischer'traxler Collective Works
Foto: mischer'traxler

mischer'traxler Collective Works
Foto: mischer'traxler

mischer'traxler Collective Works
Foto: mischer'traxler

Foto: mischer'traxler

Foto: mischer'traxler

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